Geschichte

Die Leuchtenstadt

Dank der Eröffnung des Gotthardpasses um 1220 und der geografisch optimalen Lage am nördlichen Ende des Vierwaldstättersees, am Übergang vom Mittelland zu den Alpen, entwickelte sich das kleine Fischerdorf mit dem frühmittelalterlichen Kloster St. Leodegar im Hof zu einer modernen Stadt. Luzern mit heute über 80'000 Einwohner ist Hauptstadt des Kantons Luzern und kulturelles, wirtschaftliches sowie touristisches Herzstück der Zentralschweiz. Das Wahrzeichen der Stadt ist zweifelsfrei die Kapellbrücke, eine der zwei gedeckten Holzbrücken in Luzern mit den im 17. Jahrhundert entstandenen Bilderzyklen sowie der achteckige Wasserturm, welche beide im 14. Jahrhundert beziehungsweise um 1300 gebaut wurden. Die zweite gedeckte Holzbrücke, die Spreuerbrücke sowie die Museggmauer mit ihren neun erhaltenen, ganz individuellen Türmen bildeten den äusseren Befestigungsring vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Weitere bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten sind die barocke Jesuitenkirche, die Hofkirche mit ihren zwei charakteristischen Türmen, die malerischen Altstadtplätze, das alte Rathaus, welches unter eidgenössischen Denkmalschutz steht, sowie das beeindruckende Löwendenkmal.

 

 

Luzern – die Geschichte des «kleinen hölzernen Storchennestes»

Kelten waren wahrscheinlich die ersten Siedler am nördlichen Ende des Vierwaldstättersees. Am Ausfluss der Reuss beim heutigen Reusssteg waren vermutlich die ersten Häuser von Fischersleuten. Die Hofkirche ist die Urzelle der Stadt Luzern. Im frühen 8. Jahrhundert gründeten die Benediktiner das Kloster St. Leodegar im Hof, das Mitte des 9. Jahrhunderts unter die Herrschaft der elsässischen Abtei Murbach gelangte. Im Jahr 1178 ging die Pfarrei vom Kloster im Hof an Luzern über und so wurde dieses Jahr das offizielle Gründungsjahr der Stadt Luzern. 1291 übernahm König Rudolf von Habsburg alle Rechte über das Kloster und die Stadt Luzern. Die Stadtbürger strebten jedoch nach Selbständigkeit und schlossen darum 1332 einen ewigen Bund mit den Waldstätten. Der Sieg der Eidgenossen in der Schlacht bei Sempach bedeutete die Freiheit vom Hause Österreich. Mit einer unglaublich raschen Expansion breitete sich die Stadtrepublik Luzern aus, welche 1415 von Kaiser Sigismund die Reichsfreiheit erlangte. Zahlreiche Kriege, wie zum Beispiel der Burgunderkrieg oder der Schwabenkrieg prägten das folgende Jahrhundert. Die Pest suchte die Stadt Luzern vom 14. bis 17. Jahrhundert heim. Der Schwarze Tod bewirkte einen Rückgang der Stadtbevölkerung um 40%. Patrizier herrschten bis Ende des 18. Jahrhunderts in einem aristokratischen Regierungssystem über den gesamten Stadtstaat. Trotz seiner dominanten Stellung als Zentrum der katholischen Schweiz zählte Luzern um 1800 mit 4300 Einwohnern nur knapp mehr Einwohner als sie bereits im Mittelalter zählte. Der 3 Kilometer lange Stadtbefestigungsring mit seinen 30 Türmen und Toren schnürte die Stadt zu und verhinderte so das Wachstum. So erhielt die Stadt den Namen «das kleine hölzerne Storchennest»…

Luzern